Zahnarztangst MünchenAngst beim Zahnarzt

Regelmäßig stellen sich Neupatienten bei uns vor und berichten von ihrer bestehenden Angst vor dem Zahnarzt. Für diese Patienten (Dentalphobiker) stellen der Besuch und die Behandlung beim Zahnarzt ein unangenehmes und angstbehaftetes Erlebnis dar. In den meisten Fällen liegt der Grund für diese Ängste in früheren, negativen und schmerzhaften Erlebnissen und in entsprechenden Erfahrungsberichten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis.

Die maßgebliche Ursache für diese Erfahrungen ist eine nicht erfolgte bis unvollständig erfolgte Schmerzausschaltung, oft in Kombination mit einem unpersönlichen, empathielosen Praxisumfeld in dem sich die Patienten weder ernst genommen noch gut behandelt oder beraten fühlten. Insbesondere aus diesem Grund legen wir in unserer Praxis sehr großen Wert auf ein persönliches, familiäres Miteinander auf Augenhöhe. Die richtige Kommunikation zwischen Patient und Behandler ist von enormer Wichtigkeit und besteht bestenfalls daraus, dass einfühlsam auf Fragen, Erwartungen und Aussagen des Patienten eingegangen wird und eine umfassende Aufklärung über den aktuellen Mundgesundheitszustand und die notwendige Therapie erfolgt.

Musik hören hilft bei Zahnarztangst

Eine simple, effektive Ablenkung ist ein probates Mittel, um die Angst vor der Behandlung zu zerstreuen. Dies kann durch den Einsatz von Kopfhörern mit Musik (die Sie sich selbstverständlich gerne mitbringen können), durch Bildschirme an der Zimmerdecke oder neuerdings auch mit VR-Brillen erfolgen. Von hoher Wichtigkeit ist jedoch immer noch eine gute Kommunikation zwischen Patient und Behandler, bestehende Vorbehalte, Fragen und Zweifel müssen besprochen und möglichst beseitigt werden.

Denn die Angst vor dem Zahnarztbesuch kann massive Folgen für die Gesundheit bedeuten. Bestehen Beschwerden und überwindet der Patient seine Ängste nicht, wird das Problem nicht behoben und in der Folge werden Karies und Parodontitis verschleppt. Eine ungepflegte Mundhöhle hat darüber hinaus auch negative Auswirkungen auf soziale Interaktionen. Betroffene Personen zeigen in ausgeprägten Fällen ungern ihre Zähne und entwickeln soziale Phobien.

Neben den Schmerzen, die Dentalphobiker auf sich nehmen und die zu einer Abhängigkeit von Schmerzmitteln führen können, birgt eine schlechte Mundhygiene mit chronischen Entzündungen darüber hinaus auch die Gefahr einer systemischen Ausbreitung der krankhaften Mundsituation. Die Mundhöhle ist über das Zahnfach (Alveole) im Knochen mit dem Blutkreislauf verbunden, welches so unter ungesunden Umständen eine Penetrationspforte für Bakterien und andere Keime darstellt.

Angst vor Schmerzen

Zahnarztangst ist zu großen Teilen mit der Schmerzthematik assoziiert. Generell geht die eigentliche Behandlung in unserem Hause erst los, wenn eine schonende, komplette Schmerzausschaltung erfolgt ist. Ist dies beispielsweise im Falle einer akuten Entzündung nicht möglich, muss die Behandlung u.U. abgebrochen werden und wird erst dann wieder aufgenommen, wenn der Zustand der akuten Entzündung überwunden wurde.

Injektionsanästhesie (Spritze)

Die konventionellste, einfachste und gleichzeitig sehr effektive Methode um Taubheit des Behandlungsareals zu gewährleisten, ist die herkömmliche Spritze. Dabei wird die Anästhesielösung durch eine extrem dünne und atraumatische Kanüle an den zu betäubenden, sensitiven Nerv appliziert. Unterschieden werden drei Methoden:

  • Infiltrationsanästhesie
  • Leitungsanästhesie
  • Intraligamentäre Anästhesie

Damit Sie auch von der Betäubung und dem Einstich so wenig wie möglich bis nichts mitbekommen, setzen wir Oberflächenbetäubungen in Form von Betäubungssprays oder trivialer Druckanästhesie, Ablenkung durch Bewegung und Kältespray ein.

Lachgas (Distickstoffmonooxid)

Das Narkosemittel Lachgas besitzt eine angstlösende, beruhigende und schmerzreduzierende Wirkung. Darüber hinaus unterdrückt Lachgas den Würgereiz und dämpft die Zeitempfindung des Patienten. Die Verabreichung erfolgt durch eine locker aufliegende Nasenmaske unter gleichzeitiger Zufuhr von Sauerstoff um eine konstante Sauerstoffsättigung des Blutes zu gewährleisten. Diese wird während der gesamten Behandlung zusammen mit dem Puls über ein Pulsoxymeter, das an den Zeigefinger befestigt wird, überwacht. Trotz seines benebelten Zustandes sind, im Gegensatz zur Vollnarkose, Kommunikations- und Aufnahmefähigkeit des Patienten weiterhin aktiv.

Am Ende der Behandlung wird die Lachgaszufuhr peu-à-peu gedrosselt, der Patient bekommt über ein paar Minuten nur noch puren Sauerstoff sodass sich der rauschartige Zustand langsam einstellt. Nach spätestens zehn Minuten sind alle Wirkungen verflogen und der Patient kann entlassen werden. Es besteht vollständige Fahrtüchtigkeit.

Vollnarkose

Im Rahmen unserer täglichen zahnmedizinischen Tätigkeit setzen wir Vollnarkosen nur sehr selten in komplexen Fällen von umfassenden Knochenaufbauten ein. Dass die Angst vor der Behandlung selbst triviale zahnärztliche Maßnahmen wie z.B. Füllungstherapien oder Wurzelkanalbehandlungen unmöglich macht, kommt äußerst selten vor.

Verhaltenstherapie

Um eine Dentalphobie an anderer Stelle als in der Zahnarztpraxis nachhaltig lindern oder gar beseitigen zu können haben sich Verhaltenstherapiestunden als wirksam erwiesen. Dabei arbeitet der Patient mit einem Psychotherapeuten seine Ängste auf und erlernt so angstlösende Denk- und Verhaltensmuster.